+++ Infobrief zum COVID-19 (Corona) - was wir tun, um die Infektionskette zu unterbrechen +++                                                               +++ Infobrief zum COVID-19 (Corona) - was wir tun, um die Infektionskette zu unterbrechen +++                                                              +++ Infobrief zum COVID-19 (Corona) - was wir tun, um die Infektionskette zu unterbrechen +++

Parodontitis – im Volksmund „Parodontose“ – was ist das?

Parodontitis ist eine Entzündung des Zahnhalteapparats, ausgelöst durch bakterielle Plaque (Zahnbelag/Biofilm). In der Regel geht ihr eine Gingivitis, also eine Zahnfleischentzündung voraus. Durch den entzündlichen Prozess am Zahnfleisch und Zahnhalteapparat werden aus dem bakteriellen Biofilm Stoffwechsel- und Zerfallsprodukte freigesetzt, welche Abwehrreaktionen des Körpers auslösen. Das Immunsystem versucht die eindringenden Bakterien zu beseitigen und zerstört dadurch unter anderem auch körpereigenes Gewebe.

Die Parodontitis ist eine immer noch völlig unterschätzte und weit verbreitete Volkserkrankung. In Europa sind über 85% der Bevölkerung Träger entsprechender Leitbakterien, welche in Abhängigkeit von zahlreichen anderen Faktoren die Parodontitis in verschiedenen Ausprägungsvarianten erscheinen lassen. Dass eine bestehende Parodontitis auch die allgemeine Gesundheit in vielen Facetten beeinflußt ist heute wissenschaftlich bewiesen.

Ursache und Entstehung

Parodontitis ist eine weit verbreitete chronische, meist schmerzlose Erkrankung und erfordert daher eine systematische, strategische und konsequente Behandlung. Die Entstehung der  Parodontitis zeigt sich multifaktoriell und facettenreich. Aspekte der Hygiene, der allgemeinen Gesundheit, der Genetik, der Ernährung und vieles mehr beeinflusst das Krankheitsgeschehen.

Die zahnmedizinische Befundung zeigt meist Zahnfleischbluten, Zahnfleischtaschen, Mundgeruch, Schmerzen, Rückgang des Zahnfleisches, Lockerung und schließlich Verlust von Zähnen und Knochen. Das Abwehrverhalten des eigenen Immunsystems spielt die Hauptrolle bei der Gewebezerstörung von Zahnfleisch und Knochensubstanz.


Diagnostik

Eine gründliche professionelle Zahnreinigung und viel Auklärungsarbeit bilden meist den Anfang unserer Arbeit gegen die Parodontitis. Die elektronische und manuelle Vermessung der Zahnfleischtaschen mit speziellen Sonden informiert uns am Anfang, während und nach
erfolgter Behandlung über den Verlauf der Behandlung.

Viele weitere klinische Parameter, Änderungen in der Ernährung, der Putztechnik, der Putzwerkzeuge und viele Dinge mehr werden dokumentiert und unterstützen die Therapie.
Bakterien- und Gentests ergänzen in manchen Fällen unsere Diagnostik und helfen uns, besonders schädliche Bakterienleitkeime in ihrer Anwesenheit und ihrer Anzahl zu erkennen.


Geschlossene Parodontitistherapie

Bei der eigentlichen Parodontitisbehandlung werden die Zahnfleischtaschen unter lokaler Anästhesie gereinigt, desinfiziert und die Zahnwurzeln geglättet (deep scaling). Dabei geht es nicht um die sichtbaren Verschmutzungen auf den Zähnen, sondern um die unsichtbaren - die Bakterien. Der bakterielle Biofilm wird entfernt.

Stets individuell auf die Therapie angepasst, kommen moderne Pulverstrahlgeräte, Schallscaler, Küretten, Laser, Ozon, Desinfektionslösungen, ausgesuchte Antibiotika und auch alternative Heilmethoden unterstützend zum Einsatz.

Bei der geschlossenen Parodontitistherapie bleibt das Zahnfleisch am Zahn befestigt. Es werden Zahnfleischtaschen bis circa 5-6mm effizient gereinigt.


Offene Parodontitistherapie

Tiefere Zahnfleischtaschen oder Taschen, welche immer wieder auffällig werden, unterziehen wir zum Zwecke der optimalen Reinigung einer offenen Parodontitistherapie. Nach lokaler Anästhesie wird das Zahnfleisch chirurgisch etwas von der Zahnwurzeloberfläche verdrängt. Nun können auch diese Taschen effizient und unter Sicht gereinigt werden. Zudem können Knochenaufbaumaßnahmen und - modellationen zur Verbesserung der Situation beitragen.

Eine fundierte chirurgische Ausbildung in der sogenannten Parochirurgie hilft, auch diese komplizierten Schritte routiniert zur Anwendung zu bringen und manch hoffnungslosen Zahn zu retten.


Nachsorge - Unterstützende Parodontitistherapie (UPT)

Nach der Behandlung der Parodontitis sind regelmäßige Kontrollen und professionelle Zahnreinigungen in der Praxis unabdingbar. Die Parodontitis bleibt eine unheilbare Krankheit, welche nur durch Aufklärung, Behandlung und Nachsorge beherrschbar bleibt.

Das optimale „Bakterienmanagement“ bietet die individuell abgestimmte „Unterstützende Parodontitistherapie“ (UPT) - eine an den Patienten angepasste Form der professionellen Zahnreinigung. Eine viermalige UPT im Jahr verspricht in der Regel eine sehr gute Prognose.
 

Bezahlt die gesetzliche Krankenkasse die Behandlung?

Als Versicherter einer gesetzlichen Krankenkasse haben Sie bis heute lediglich Anspruch auf wirtschaftliche, medizinisch notwendige und ausreichende zahnärztliche und zahntechnische Leistungen.

Moderne Zahnmedizin kann heute viel mehr Wünsche erfüllen. Ästhetik, Funktion und Lebensqualität stehen im Vordergrund. Durch die systematische Analyse Ihrer persönlichen Situation bieten wir Ihnen eine stetig angepasste Hilfe gegen Parodontitiskeime auch abseits der Ihnen von den gesetzlichen Krankenkassen vorgegebenen Restriktionen.
Entsprechende Zusatzversicherungen decken teils auch Kosten für erweiterte Parodontitisbehandlungen und für die Professionelle Zahnreinigung (PZR).

Nutzen Sie zudem die Möglichkeiten der 0% Finanzierung unserer Abrechnungsgesellschaften.


Video "Parodontitis"